Weiteres Vorgehen mit der Salzbachtalbrücke

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Verkehrsminister Tarek Al-Wazir: „Sommer muss genutzt werden, um die Sprengung vorzubereiten und durchzuführen und die Situation in und um Wiesbaden zu verbessern.“

Die Sprengung der maroden Brückenteile der Salzbachtalbrücke muss aus Sicht der Landesregierung so zügig wie möglich erfolgen, damit sich die sehr angespannte Verkehrssituation in und um Wiesbaden wieder bessert. Das betonte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heute im Hessischen Landtag.

„Bisher haben alle Beteiligten unter der Federführung der Autobahn GmbH sehr gut zusammengearbeitet. Daher bin ich zuversichtlich, dass der Sommer genutzt wird, um die Sprengung vorzubereiten und durchzuführen. Das oberste Ziel ist neben der Frage der Sicherheit, die immer absolute Priorität haben muss, die Bundesstraße und die Bahnstrecke unterhalb der maroden Brücke wieder ohne Einschränkungen nutzen zu können. Wiesbaden muss verkehrlich wieder angeschlossen werden – auch wenn Umleitungen oder die provisorische Auffahrtsrampe auf die Bundestraße 455 die Situation punktuell verbessern“, so Al-Wazir.

Der Verkehrsminister wies noch einmal darauf hin, dass das Land seit 2014 im Straßenbau nicht nur die Investitionen, sondern auch das Personal schwerpunktmäßig für die Sanierung eingesetzt und aufgebaut hat. „Seit meinem Amtsantritt habe ich daran gearbeitet, dass wir nicht nur eine neue Brücke bekommen, sondern bis dahin der Verkehr weiter fließen kann – auf Straße und Schiene. Eine Vollsperrung ist genau das, was nicht passieren sollte und was wir in den vergangenen Jahren verhindern wollten. Es ist bitter, dass nur wenige Monate vor dem Abbruch des südlichen Teils der Salzbachtalbrücke, über den seit November 2019 ohnehin keine Autos oder LKWs mehr fuhren, nun ein solcher Unfall passiert ist“, so Al-Wazir. Der Nordteil der Brücke, über den noch der Verkehr lief und der daher engmaschig untersucht wurde, ist nicht beschädigt, musste aber nach dem Unfall an der Südbrücke aus Sicherheitsgründen ebenfalls gesperrt werden.

Sanierungstau abbauen

Seit 2014 stellt das Land mehr Geld und mehr Personal für Brückensanierung zur Verfügung – eine Kehrtwende nach Jahren des Sparens. In den vergangenen fünf Jahren wurden bei der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil 85 zusätzliche Stellen geschaffen und mit der Gründung der Task Force für Brückenerhaltung eine effiziente Strukturveränderung für eine rasche Planung der Sanierungsprojekte umgesetzt.

„Der Sanierungsstau an Straßen und Brücke ist deutschlandweit das größte Infrastrukturproblem. Es wurde ewig vor sich hergeschoben, denn über Jahrzehnte wurde vor allem in den Neubau von Straßen und nicht genug in Sanierung und Ersatzbauten der bestehenden Infrastruktur investiert. Viele Brücken kommen ans Ende ihrer Lebensdauer, so dass der Verkehr eingeschränkt werden und mit Notinstandsetzungen ihr Weiterbetrieb gewährleistet werden muss“, so der Minister. Parallel wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, dass der Ersatzbau möglichst bald kommt. Genau daran hat Hessen Mobil bis Ende 2020 auch an der Salzbachtalbrücke gearbeitet. Fehler bei Bohrungen der Verstärkungsmaßnahmen der alten Nordbrücke im Jahr 2019 hatten das Projekt allerdings verzögert.

„Ein solch plötzliches Ereignis wie am Südteil der Brücke, der schon keine Asphaltdecke mehr trägt, war nicht vorherzusehen“, so der Minister im Landtag. Durch die massive Entlastung aufgrund des wegfallenden Verkehrs waren sich alle Fachleute einig, dass am Südteil keine Probleme mehr geben würde. Auch während der Sonderprüfungen wurden keine Veränderungen am Bauwerk, die auf einen Schaden oder kommenden Schaden hätten hinweisen können, festgestellt. Die Autobahn GmbH des Bundes bereitet momentan nicht nur die Sprengung vor, sondern will auch noch Beweissicherung betreiben, damit klar wird, was genau zu diesem Ereignis geführt hat.

„Für mich steht im Vordergrund, dass der Verkehr im Salzbachtal selbst bald wieder fließen kann. Wir sind im Gespräch mit der Autobahn GmbH und haben auch noch einmal gegenüber dem Bundesverkehrsministerium die jetzige katastrophale Situation für viele Pendlerinnen und Pendler und die Bedeutung Wiesbadens für den Ballungsraum Rhein-Main deutlich gemacht“, sagte der Verkehrsminister.

Ersatzbau der Salzbachtalbrücke

Die Entscheidung für eine neue Brücke wurde 2009 getroffen. Es folgten im Zusammenhang mit dem geplanten 6-streifigen Ausbau der A 66 zwischen dem Autobahnkreuz Schierstein und der Anschlussstelle Erbenheim die Vorplanung inklusive der umweltfachlichen Gutachten. Als die sogenannte Vorzugsvariante für den Streckenausbau mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt war, konnte die Entwurfsplanung für den eigentlichen Brückenneubau erstellt werden. Dies geschah 2016: Ein Verfahren einer solchen Größenordnung innerhalb von knapp zwei Jahren fertigzustellen, ist ungewöhnlich schnell. Auch die weiteren Bauvorbereitungen, der detaillierte Bauwerksentwurf und das europaweite Ausschreibungsverfahren wurden von Hessen Mobil schon teils parallel zur Planfeststellung auf den Weg gebracht. Dies war auch dank der neu eingerichteten Taskforce Brückensanierung möglich.

Brücken an Landesstraßen in Hessen

37 Landesstraßenbrücken unterliegen Lastbeschränkungen. 18 dieser Brücken werden bis 2023 ersetzt bzw. saniert. Die Planungen sehen vor, dass weitere 5 Brücken bis 2025 ersetzt bzw. saniert werden. Bei den verbleibenden 14 Brücken besteht aktuell kein besonderer Handlungsbedarf.

Quelle: Land Hessen

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