Durch die Stadt “hoppen”: Langen will öffentlichen Nahverkehr mit Elektro-Großraum-Vans

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Weg von einem starren Fahrplan und einer festen Linienführung, hin zu erheblich mehr Flexibilität: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Langen soll deutlich attraktiver werden. Künftig sollen „Hopper“ genannte Elektro-Großraum-Vans die Fahrgäste durch die Stadt fahren, und zwar zu der Wunsch-Uhrzeit, die sie vorab per App oder Telefon gebucht haben. Der Magistrat hat sich bereits grundsätzlich für die Einführung des „Hoppers“ durch die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) ausgesprochen. Stimmt auch die Stadtverordnetenversammlung zu, werden Stadtwerke Langen, Stadt Langen, die Gemeinde Egelsbach und die kvgOF die genauen Modalitäten für einen angepeilten Start Mitte 2022 aushandeln.

„Die Struktur und das Angebot des ÖPNV im Kreis Offenbach und in den einzelnen Kommunen stehen vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Diese können nur gemeinsam im gesamten Kreisgebiet angegangen und gelöst werden“, sagt Manfred Pusdrowski, Geschäftsführer der Stadtwerke. Eine wesentliche Rolle soll künftig der „Bus on demand“ (Bus auf Anfrage) spielen. Solche „Hopper“ sind bereits seit 2019 im Ostkreis Offenbach im Einsatz.

„Es handelt sich dabei um eine Art weiterentwickeltes Anruf-Sammel-Taxi, das ohne starren Fahrplan und ohne feste Strecke fährt“, erläutert Manfred Pusdrowski. „Fahrgäste mit ähnlichem Ziel teilen sich die Fahrt in den Hopper-Fahrzeugen. Das entlastet die Straßen und schon die Umwelt.“ Gebucht wird digital per App oder per Telefon.

Abgeholt wird der Fahrgast an einer sogenannten Starthaltestelle. Diese sollen engmaschig – im Abstand von etwa 250 Metern – über das Stadtgebiet verteilt werden. Neben den bestehenden Bushaltestellen werden zusätzlich eigens gekennzeichnete Haltepunkte an wichtigen Einrichtungen sowie weitere im Straßennetz ohne besondere Markierung genutzt.

„Attraktiv sind auch die Betriebszeiten“, sagt Heike Gollnow, im Rathaus Fachbereichsleiterin Dienste für Einwohner und Stadt. Der „Hopper“ ist an allen sieben Tagen in der Woche, jeweils zwischen 5.30 Uhr morgens und 1.30 Uhr nachts, buchbar.

Der Fahrpreis richtet sich nach der gefahrenen Strecke. Der Tarif setzt sich aus einem Grundpreis (1,60 Euro), einem Komfortzuschlag (1,00 Euro) und einer Entfernungspauschale (20 Cent je Kilometer) zusammen. Die Bezahlung erfolgt ausschließlich bargeldlos. Bei Buchungen über die „Hopper“-App erfolgt sie über die im Profil hinterlegte Kreditkarte, per PayPal oder EC-Karte. Bei telefonischer Buchung besteht die Möglichkeit, im Fahrzeug bargeldlos mit EC- oder Kreditkarte zu bezahlen.

„Der Vorteil des ,Hoppers‘ liegt ganz klar in seiner Flexibilität“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Damit ist er prädestiniert dafür, neue Fahrgastgruppen zu gewinnen. Der ,Hopper‘ ist eine echte Alternative zum eigenen Auto oder dem Zweitwagen. Das Konzept ist damit ein wichtiger Baustein für eine Verkehrswende.“

Ganz ersetzen wird der „Hopper“ die Stadtbusse allerdings nicht. „Ziel ist es, das bestehende ÖPNV-Angebot wie auch den Schülerverkehr in seiner Qualität zu erhalten und durch den ,Hopper‘ zu fördern“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Pusdrowski. So ist es nach Aussage der kvgOF durchaus vorstellbar, Busse weiterhin auf leistungsstarken Linien einzusetzen. Das Zusammenspiel zwischen „Hopper“ und Buslinien soll zudem intensiv untersucht und aufeinander abgestimmt werden.

Da in Langen ein etabliertes Stadtbusangebot (mit vertraglicher Bindung bis Mitte 2027) besteht, soll der „Hopper“ stufenweise eingeführt werden. Im zweiten Halbjahr 2022 ist zunächst der Einsatz von zwei Fahrzeugen vorgesehen, zu denen jährlich zwei weitere kommen, bis 2025 schließlich bis zu acht Elektro-Großraum-Vans die Fahrgäste transportieren. Bürgermeister Jan Werner ist es dabei ein besonderes Anliegen, dass die kvgOF dabei auch Langener Taxi-Unternehmen beauftragt.

Kostendeckend ist der „Hopper“ allerdings ebenso wenig wie das bestehende Stadtbusangebot. Die Stadt Langen beteiligt sich im Jahr 2022 mit rund 115.000 Euro, im Jahr 2023 mit knapp 230.000 Euro am Betrieb. Kompensiert werden sollen die Mehrkosten, indem die Stadtwerke aufgefordert werden, bei Einführung des „Hoppers“ das Anruf-Sammel-Taxi aufzugeben und das Stadtbusangebot in den Randzeiten um zehn Prozent zu reduzieren. Dies entlastet den städtischen Haushalt um etwa 250.000 Euro pro Jahr.

Ab 2024 erfolgt die Finanzierung dann über die Kreisumlage, die von allen Kommunen zu entrichten ist.

Stimmt die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 15. Juli, dem Antrag des Magistrats zu, wird sich eine Arbeitsgruppe aus kvgOF, Stadtwerken Langen, Stadt Langen und Gemeinde Egelsbach mit den Details zur Einführung des „Hoppers“ befassen. Beraten wird das Thema am Mittwoch, 30. Juni, im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr sowie am Donnerstag, 1. Juli, im Haupt- und Finanzausschuss.

Quelle: Stadt Langen

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