Langen: Kindertagespflege wird attraktiver

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Magistrat will Vergütung pro Kind und Stunde aufstocken

Es ist eine wichtige Ergänzung und Alternative zu Krippe und Kindergarten: In der Kindertagespflege betreuen Tagesmütter und -väter den Nachwuchs in kleinen Gruppen in normalen Wohnungen, oft in den eigenen vier Wänden. Der Magistrat möchte diese Betreuungsform attraktiver machen. Dazu soll die Vergütung pro Betreuungsstunde und Kind um einen Euro angehoben werden. Ein entsprechender Antrag liegt nun der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung vor.

Rund 100 Kinder werden in Langen von 41 Tagesmüttern und -vätern betreut. „Sie sind hoch qualifiziert“, betont Constantin Strelow Castillo, Fachbereichsleiter Soziales und Bildung der Stadtverwaltung: „Tagespflegepersonen werden im Rahmen einer Grundqualifizierung mit 160 Unterrichtseinheiten auf ihre Aufgabe vorbereitet und müssen mindestens 20 Unterrichtseinheiten pro Jahr Aufbauqualifizierung nachweisen, um ihre Pflegeerlaubnis nicht zu gefährden. Die Kindertagespflege ist somit ein wirksames Instrument zur Schaffung von qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren und zunehmend auch für Kinder über drei Jahren bis zum Schuleintritt.“

Allerdings gestaltet sich die Suche nach motivierten Personen für diese selbstständige und verantwortungsvolle Tätigkeit in Langen zunehmend schwieriger, da die Grundvergütung durch den Kreis Offenbach für viele Interessierte nicht attraktiv genug ist und die Tagespflege von Nachbarkommunen bereits mit individuellen Zuschüssen gefördert wird. Da möchte die Stadt Langen nun nachziehen und den Tagesmüttern und -vätern nun einen Euro pro Kind und Stunde mehr bezahlen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betreuung in der eigenen Wohnung erfolgt und nicht in Räumen, die die Stadt speziell dafür angemietet hat.

„Ein Euro, das hört sich erst mal wenig an, ist aber für die Tagespflegeperson monatlich eine nennenswerte Summe. Beispiel: Für eine Tagesmutter, die fünf Kinder 35 Stunden pro Woche betreut, sind das monatlich rund 750 Euro mehr“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Und er stellt fest: „Ihre Tätigkeit ist eine wertvolle Säule bei der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz und erweitert den Betreuungsmix.“

Im Gegensatz zu einer Fachkraft in den Tageseinrichtungen für Kinder, die Vor- und Nachbereitungszeiten in Anspruch nimmt und dafür vom Kinderdienst freigestellt ist, werden den Tagespflegepersonen diese Zeiten nicht angerechnet und damit auch nicht vergütet. Auch die verpflichtende jährliche Aufbauqualifizierung wird unentgeltlich geleistet. Zudem werden die Qualitätsmaßstäbe an die Betreuung in Tageseinrichtungen für Kinder angeglichen. Das erfordert auch von den Tagespflegepersonen in zunehmendem Maße Vorbereitung des Betreuungstages, Dokumentation und Nachbereitung, Planung und Ergebnissicherung.

„Die Erhöhung der Vergütung soll diese qualitätssichernden Maßnahmen unterstützen und Tagespflegepersonen einen weiteren Anreiz zur Fortführung, Aufnahme oder Ausweitung der Betreuung zu geben“, betont Erster Stadtrat Stefan Löbig. Der jährliche finanzielle Mehraufwand beläuft sich auf rund 185.000 Euro.

Einmalig weitere maximal 15.000 Euro möchte der Magistrat zur Anschaffung von zehn Krippenwagen ausgeben. „Mit diesen können die Tagespflegepersonen mit den Kindern Ausflüge machen und die Langener Umgebung erkunden. Da solche Wagen sehr teuer sind, können sich viele Tagesmütter und -väter keinen eigenen anschaffen“, erläutert Constantin Strelow Castillo. Gekauft und verliehen werden sollen sie vom Elternservice im Zentrum für Jung und Alt (ZenJA). Dieser ist in Langen als Tagespflegevermittlungsstelle Bindeglied zwischen Kreis, Tagespflegeperson und Eltern.

„Insgesamt ist das gut angelegtes Geld für unseren Langener Nachwuchs“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Ich hoffe, dass wir damit noch einige Interessierte animieren können, sich als Tagesmutter oder -vater qualifizieren zu lassen. Das ist eine spannende und erfüllende Tätigkeit.“

Mit dem Antrag des Magistrats befassen sich das Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am 24. Juni sowie der Haupt- und Finanzausschuss am 1. Juli. Endgültig darüber abstimmen wird die Stadtverordnetenversammlung am 15. Juli.

Quelle: Stadt Langen

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