Das Andenken an Weltkriegsopfer für die Nachwelt sichern

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Schaukästen mit Fotografien auf dem Friedhof Ober-Roden werden restauriert.

Seit 1993 wird an der Wand der Friedhofshalle Ober-Roden mit vier Schaukästen den Ober-Roder Gefallenen, Vermissten und Bombenopfern des zweiten Weltkriegs gedacht. Doch der Zahn der Zeit nagt an der Erinnerungsstätte. Eindringende Feuchtigkeit und das UV-Licht beschädigen und vergilben die angebrachten Fotografien und Namenskärtchen. Der Aufgabe, diesen Gedenkort zu bewahren und auch in digitaler Form für die Nachwelt zu erhalten, haben sich nun Winfried Hitzel und Herbert Schneider vom Heimat- und Geschichtsverein Rödermark angenommen.

Die angeschlagenen Bilder zu retten, ohne die Kästen dafür beschädigen zu müssen, war die erste Hürde vor der die beiden ehrenamtlichen Heimatforscher standen. Der Schlüssel, mit dem die Kästen verschlossen waren, musste her. Hier kam die Stadt helfend ins Spiel, denn die Schlüssel zu den Kästen waren all die Jahre in städtischer Hand und von Kulturamts-Mitarbeiterin Hannelore Jäger sicher verwahrt worden. Sie war damals Teil des Projekts und hatte mitgeholfen, Daten und Bilder in den neunziger Jahren zu erfassen.

In einem ersten Schritt werden die Schäden an den Kästen erfasst und untersucht, um dann die Restauration zu beginnen. Auch die Fotografien werden überarbeitet, da einige bereits stark gelitten haben. Hierbei ergibt sich die einmalige günstige Gelegenheit, die Bilder und Namen auch digital zu erfassen und in ein digitales Gedächtnis zu überführen. Die Aufnahmen ergänzen dabei die Bildersammlung von Urberacher Fotografien der Kriegstoten, die Herbert Schneider bereits vor einiger Zeit digitalisiert hatte. Sie können nun im Töpfermuseum betrachtet werden.

Die Bedeutung der Fotokästen für die Erinnerungskultur betont Bürgermeister Jörg Rotter beim Ortstermin mit dem Heimat- und Geschichtsverein. „Die Fotografien geben den Zahlen und Daten, hinter denen sich der Schrecken des Kriegs verbirgt, ein Gesicht und machen die Tragik der Kriegstage greifbar”, resümierte er beim Studieren der Namen und Bilder. „Die Kerzen und Gaben die unter den Kästen abgelegt werden, zeugen vom Andenken an die Opfer, dass noch immer wachgehalten wird.“ Die Stadt wird dem Heimat- und Geschichtsverein bei der Aufarbeitung, Restaurierung und Erhaltung der Schaukästen zur Seite stehen. Erste Arbeiten beginnen in Kürze.

Winfried Hitzel und Herbert Schneider wenden sich im Zuge der Digitalisierungsbestrebung mit einem Aufruf an alle Ober-Roder Familien, bei denen noch weiteres Bildmaterial der Weltkriegsopfer schlummern könnte. Denn: Das Wissen um die Opfer zu bewahren, wird von Jahr zu Jahr schwerer. Die Zahl der Zeitzeugen, die sich noch der Namen und Gesichter der Abgebildeten erinnern können, schwindet. Umso wichtiger ist es, diese Erinnerungsschätze auch für kommende Generationen zu sichern, betonen beide unisono.

Die Gedenkstätte auf dem Friedhof Ober-Roden hatte einst Adam Reisert gemeinsam mit dem damaligen Ersten Stadtrat Maurer, Kultur- und Sportsamtsleiter Wolfgang Hitzel in den frühen Neunziger Jahren initiiert. Reisert und sein Team, bestehend aus seiner Frau Anna sowie Helferinnen Anna Keller und Anna Jäger, hatten in Zusammenarbeit mit dem Standesamt, Daten und Namen aus alten Kirchenbüchern und Gedenksteinen in aufwendiger Detailrecherche zusammengetragen. Die passbildgroßen Bildchen waren in aus zuvor gesammelten Fotografien, Postkarten und Sterbebildern von einem Rödermärker Fotostudio reproduziert worden. Im November 1993 waren die Kästen am Volkstrauertag feierlich enthüllt worden und seither am Eingang der Friedhofshalle zu sehen.

Quelle: Stadt Rödermark

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