Hessen drängt auf schnelles Verbot für giftige PFC

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Hessen drängt auf schnelles Verbot für giftige PFC

Digitale Umweltministerkonferenz unter hessischem Vorsitz berät kommende Woche umfassendes Maßnahmenpaket gegen PFC-Stoffgruppe.

„Wir wollen, dass Deutschland sich klar für ein baldiges Verbot der PFC-Stoffgruppe ausspricht“, fordert die hessische Umweltministerin und Vorsitzende der Umweltministerkonferenz Priska Hinz. PFC sind Umweltgifte für die Ewigkeit. Sie sind extrem stabil und wurden entwickelt, um bestimmte Produkte fett-, schmutz- und wasserabweisend zu machen wie z.B. beschichtete Pfannen oder Regenjacken. „Wir alle kommen fast täglich mit PFC in Kontakt. Laut Umwelt­bundesamt haben mehr als 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bereits zu viel PFC im Blut. Einige Verbindungen sind nachweislich gesundheits- und umweltschädlich. Über andere Verbindungen wissen wir noch viel zu wenig.

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Deshalb werden wir das Thema nächste Woche auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz setzen und dort für alle Bereiche, in denen PFC Mensch und Umwelt belasten, konsequente Regelungen fordern“, erläutert Hinz.

PFC werden mittlerweile selbst in den entlegensten Regionen unserer Erde nachgewiesen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die weit verbreitete Belastung mit PFC nicht noch weiter steigt. Gerade aus Alltagsprodukten müssen PFC schnell verschwinden. Konkret fordern wir zum Beispiel, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung nicht länger Empfehlungen für die Verwendung von PFC in Lebensmittelverpackungen ausspricht,“ betont Ministerin Hinz. „Auch ist es wichtig, dass PFC nicht mehr über Düngemittel in die Umwelt gelangen“.

Auf der digitalen Umweltministerkonferenz vom 11. bis 13. November 2020 will Hessen zudem mit den Ländern eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Etablierung eines Summenparameters für die Analytik von PFC vereinbaren: „PFC sind in vielen Umweltbereichen ein Problem, aber nur mit einer Analytik, die auch alle Verbindungen erfasst, können sinnvolle Maßnahmen entwickelt werden,“ so Hinz weiter.

Hintergrund:

Die Abkürzung PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie werden auch als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bezeichnet. Zu dieser Stoffgruppe zählen schätzungsweise knapp 5.000 Einzelverbindungen, die alle extrem stabil sind. Deshalb können PFC in der Umwelt nicht oder nur unvollständig abgebaut werden. Einmal freigesetzt, werden sie für bis zu 1.000 Jahre in der Umwelt verbleiben. Langkettige PFC reichern sich im Fettgewebe von Lebewesen (z.B. Fischen) an, kurzkettige sind hochmobil und verbreiten sich dadurch rasend schnell in der Umwelt. Auf europäischer Ebene gibt es nur für wenige einzelne Verbindungen Regelungen – nicht aber für die gesamte Stoffgruppe der PFC. Das soll sich mit dem Antrag von Hessen ändern, der auf der Tagesordnung der kommenden Umweltministerkonferenz vom 11. bis 13. November 2020 steht. Aufgrund der aktuellen Pandemielage wird die Umweltministerkonferenz unter dem Vorsitz von Hessen digital stattfinden.

 

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